019. Newsletter: SEV Anteil der Ökoenergie steigt

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Leserbrief zu „Anteil der Ökoenergie steigt an“, Neue OZ v. 9.1.08

Im eigenen Hause anfangen

Sehr geehrte Damen und Herren,
„Noch viele Fallstricke“ gibt es beim Ausbau der Erneuerbaren Energien,
schreibt Klaus Jongebloed in seinem Kommentar, und: „Es gibt noch viel zu tun.“

Wie wahr. Das gilt sowohl auf Bundesebene wie auch lokal bei uns in
Osnabrück. Wir sollten mal im eigenen Hause anfangen.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) kommt ja nur voran, wenn es
jemand macht. Und da kommt bei uns den Stadtwerken eine ganz besondere
Bedeutung zu. Viel mehr als alle anderen Privatinitiativen und -Firmen
bestimmen die Stadtwerke durch ihre Entscheidungen, wohin in Osnabrück
die Reise geht in Sachen Energie-Entwicklung. Sie haben die
Wirtschaftskraft und das Kapital, um im sehr großen Maßstab in EE zu
investieren – in Osnabrück und anderswo. Die vorgesehene Erneuerung der
Windanlagen auf dem Piesberg (Repowering) kann da nur der Anfang sein.
Und: Investieren in Erneuerbare Energien lohnt sich – durch das
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Und es lohnt sich erst recht, wenn
man wie die Stadtwerke die Macht hat, z.B. mehrere große
Solarenergie-Vorhaben zu bündeln und auf diese Weise günstig einzukaufen.
Diese Möglichkeiten wurden bisher in keiner Weise genutzt. Statt dessen
liegt uns energiepolitisch noch ein ganz dicker „Fallstrick“ im Wege:
Die Stadtwerke schicken sich an, in ein Kohlekraftwerk zu investieren
und dort ihr dringend benötigtes Kapital zu binden.  Mit dem Rückfall in
die Kohle – die klimaschädlichste Art der industriellen Stromerzeugung
überhaupt – würde Osnabrück den eigenen Kohlendioxid-Ausstoß für die
nächsten 40 Jahre uneinholbar in die Höhe treiben und alle
Klimaschutz-Anstrengungen, die wir hier mühsam erarbeiten, zur Makulatur
werden lassen. Dies muss die Politik auf jeden Fall verhindern.
Landtagswahl hin oder her: Hier muss jetzt vor Ort gehandelt werden.

Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück e.V.

Postfach 1940, D-49009 Osnabrück
Tel. +49-541-969-2178, Fax -3099
k.kuhnke@fh-osnabrueck.de