032. Newsletter: Strukturelle Veränderungen sind gefordert

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Hallo Solarenergiefreunde,
wurde beim Spritpreis über 1,50 Euro das Murren schon immer lauter, so mündete die +40-Prozent Nachricht beim Gaspreis schon in einem Aufschrei. Zu Recht, denn hier ist eindeutig Handlungsbedarf. Gebraucht werden allerdings nicht halbherzige Schritte wie die CO2-Besteuerung von Autos mit Artenschutz für Protzkarossen, kleine Symptomkorrekturen oder populistische Kosmetika wie etwa die Rückkehr zur Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer.  Die Regierung wird uns kaum helfen können: Sie kann und darf nicht für eine Energie verschwendende Gesellschaft den rasanten Abfluss der Petro-Dollars aus der Staatskasse bezuschussen.

Benötigt werden statt dessen nun strukturelle Änderungen; doch die betreffen unser eigenes Verhalten und unsere lieb gewordenen Gewohnheiten. Und seine Gewohnheiten ändert der Mensch bekanntlich erst, wenn der Leidensdruck groß wird.

Jetzt kommen Verhaltensmaßnahmen, die wir uns früher nie getraut hätten, nur aus Umweltschutzgründen vorzuschlagen, denn sie haben auch mit Komforteinbuße zu tun: Pullover anziehen und kühler wohnen, nicht mehr alle Räume gleich warm heizen, umziehen in eine kleinere Wohnung – oder eine besser gedämmte (doch die könnte nun auch teurer werden). Seltener baden, kürzer duschen, nicht mehr jeden Tag duschen usw. Alles Komfortverlust, der den Betroffenen vielleicht auch schwer fällt. Heute kann jede und jeder selbst darüber entscheiden.

Ähnlich ungeliebte Vorschläge gibt es natürlich auch für den täglichen Auto-Pendelverkehr: Kleineres Auto benutzen (das tut noch nicht weh), Fahrgemeinschaften gründen (das kratzt an der Individualität), umziehen zur Arbeit hin, neue Arbeit am Wohnort suchen, ein Auto von zweien verkaufen …  Wohnorte und Arbeitsplätze sind selten unveränderlich und gottgegeben. Strukturelle Veränderungen sind gefragt.

Und es gibt auch noch Busse, Bahnen und Fahrräder. Auch hier heißt es ganz klar: Gewohnheiten ändern. Übrigens wird der Service im öffentlichen Nahverkehr z.Zt. nicht schlechter, sondern immer besser. Das können Sie verstärken, indem Sie ihn einfach benutzen und so die Nachfrage erhöhen.

Dies ist nun einmal kein Energiesparappell für eine bessere Umwelt (klar, wer weniger heizt und Auto fährt, schont auch das Klima). Dies ist schlicht die Einsicht in die uns gegebenen Handlungsmöglichkeiten – hier geht es erst einmal ums reine Geld-Sparen. Auch wenn’s unbequem ist und vor allem: gegen die Gewohnheit geht.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück
Postfach 1940, 49009 Osnabrück