040. Newsletter: Ursache und Wirkung verwechselt

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Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Artikel über CO2 und Klima hat jemand etwas verwechselt. Ursache und Wirkung werden verdreht, und der Treibhauseffekt durch Wasserdampf wird als Neuentdeckung gefeiert. So geht es eigentlich nicht. Aber der Reihe nach:
Dass der Mensch im Wesentlichen die heute zu beobachtende Erderwärmung verursacht, teils durch Abholzen der Wälder, hauptsächlich aber durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, ist heute in der  Klimaforschung anerkannter Stand des Wissens. Die verschiedenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppen im Weltklimarat (IPCC) arbeiten unabhängig mit verschiedenen Computer-Modellen an denselben Fragestellungen und kommen – mit einer gewissen Streuung – zu ähnlichen oder gleichen Ergebnissen. Die stellen sie der Öffentlichkeit vor und sagen dabei nicht nur, was sie wissen, sondern auch – und das ist ehrliche Wissenschaft – wie genau sie es wissen und was sie nicht wissen. Zu Recht haben sie dafür im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis bekommen.

Eines ihrer Ergebnisse ist, dass von dem durch die Menschen frei gesetzten CO2 ein gut Teil ständig vom Meer absorbiert wird, das wie Selterswasser dieses Kohlendioxid in sich aufnimmt. Richtig ist, dass dies mit steigender Termperatur immer weniger geschieht. Die menschengemachte Freisetzung von Kohlendioxid ist dabei aber die Ursache, die Erwärmung der Erde und der Meere die Folge – und nicht umgekehrt.

Dass Pflanzen CO2 brauchen und Menschen noch viel mehr CO2 vertragen – alles unbestritten. Ich möchte sogar noch weiter gehen: Treibhauseffekt – ja bitte! Wir brauchen ihn. Ohne den Treibhausffekt unserer Atmosphäre hätten wir auf der Erde im Mittel etwa -18 °C (statt heute 15 °C). Die Erde wäre unbewohnbar. Das Problem ist also nicht der Treibhauseffekt an sich, sondern der zusätzliche, eben vom Menschen gemachte. Und über den wissen wir inzwischen eine ganze Menge, vor allem, wie schnell er voran schreitet.

Und nun zum Wasser. Dass nicht nur Verdunstung und Regen, sondern auch Nebel, Wasserdampf und Wolken ganz entscheidend unser Wetter bestimmen, ist völlig klar. Den starken Treibhauseffekt von Wasser in der Atmosphäre spüren wir immer dann, wenn bewölkte Nächte viel milder sind als die klaren, kalten. Zu behaupten, diese Effekte würden bei der „Berechnung aller Klimamodelle völlig unterschlagen“, ist abenteuerlich. Die telefonbuchstarken Berichte des IPCC wären ihr Papier nicht wert, wenn die Forscher ihre Rechnung ohne den Wirt, d.h. ohne Wasser und Wasserdampf gemacht hätten.

Zum Schluss zur Erdgeschichte: Sehr interessant, aber 100 000-jährige periodische Klimaschwankungen in der Vergangenheit sind völlig unerheblich für die Verfassung unseres Klimas heute, das eben jetzt und in Zukunft 7 Milliarden Menschen oder mehr ernähren muss. Jede Art von Landwirtschaft ist leider ein klimatisch sehr empfindliches System, und die ersten Ströme von Klimaflüchtlingen aus dem immer trockener werdenden Nordafrika stehen bei uns schon vor der Tür. Und es werden nicht weniger.

Wir können gern weiter diskutieren, aber den vom Menschen gemachten Klimawandel müssen wir zum Stillstand bringen. Schnell.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück e. V.
Postfach 1940, 49009 Osnabrück