052. Newsletter: Erneuerbare Energien Britenflächen

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Leserbrief zu:

Erneuerbare Energien für die Britenflächen nutzen „, Neue OZ v. 21.1.09

Konsequent energieoptimiert planen – jetzt die Gelegenheit nutzen.

Jawoll! Selten hat sich eine politische Partei im Zusammenhang mit den Britenflächen so klar zur Bedeutung des vernünftigen Einsatzes von Energie, Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien geäußert und deutlich Stellung bezogen wie in diesem Artikel die CDU.

Es ist einfach richtig: Die riesigen neu zu gestaltenden Flächen des britischen Militärs bieten sich besser an als alles andere für neue, Energie rationell nutzende und einsparende Konzepte. Vorhandene Wärmenetze weiter zu verwenden, den Raum zu nutzen für den Bau von Blockheizkraftwerken, die auch umliegende Gebiete klimaschonend und preiswert mit Strom und Wärme gleichzeitig versorgen können, von vorn herein auch die solare Stromerzeugung großflächig mit einzubeziehen, das ist das Gebot der Stunde. Denn der Klimaschutz drängt zum Handeln und die Energie-Versorgungssicherheit ist ein Tagesthema geworden. Dazu passt, dass Fotovoltaikanlagen auf militärischen Konversionsflächen vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ausdrücklich privilegiert werden für die Vergütung des solar produzierten Stroms.

Mit Recht fordert die Fraktion, den Passivhaus-Standard von vorn herein festzuschreiben. Denn Passivhaus bedeutet erstklassige Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung, so dass eine herkömmliche Heizung mit Kessel, Rohren, Heizkörpern, Kamin usw. entfallen kann und sich so insgesamt für Investitions-und Verbrauchskosten eines Gebäudes ein neues Kostenminimum ergibt. Passivhäuser sind 1,5-Liter-Häuser: Sie verbrauchen nur 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Nutzfläche im Jahr (oder 1,5 Kubikmeter Gas). Dass sie aber außer dem Energieverbrauch auch die Gesamtkosten senken, wissen nur wenige. Deshalb gilt: Der Passivhausstandard muss zur Regel werden.

Absolut richtig ist auch, den Energieaspekt von Anbeginn in die Planung aller Gebäudevorhaben einzubeziehen. Nur so können Lösungen entstehen, die energetisch wegweisend sind und auch in Zukunft noch Bestand haben werden. Wir predigen das seit über 20 Jahren, aber leider wird es noch immer wieder falsch gemacht.

Und natürlich ist dies die Gelegenheit für Modellvorhaben und Demonstrations-Objekte, die Vorbildcharakter haben und Osnabrück über die Grenzen von Hase und Düte hinaus als Umwelthauptstadt wieder bekannt machen können.

So weit die Forderungen der CDU zu den freien Konversionsflächen und den vorhandenen Kasernen. Wir können ihnen nur zustimmen. Gefordert wird ein poltisches Signal im Rat. Für die ehemals britischen Wohnhäuser kommt diese Forderung aber vielleicht schon zu spät: Da liegen in diesen Tagen die bereits fertigen Bebauungspläne für alle zur Einsicht aus, und was drin steht, ist ernüchternd: Nicht nur, dass die Häuser in den Literatenhöfen als „Baudenkmäler“ keine Außendämmung und keine Solaranlagen bekommen dürfen, auch in den übrigen ehemaligen Britensiedlungen wurde versäumt, durrch die Bauleitplanung auf Klimaschutz, rationelle Energieverwendung und Erneuerbare Energien hinzuwirken. Hier fehlt Verwaltung und Politik der Mut, die rechtlichen Spielräume der Bauleitplanung voll auszuschöpfen und auch in diesem Gebäudebestand die Tür zum zeitgemäß sparsamen Umgang mit Energie aufzustoßen: Dämmstandard, Solarenergie, Nahwärmenutzung, Kraft-Wärme-Kopplung – viele dieser energetisch hochwirksamen Elemente können jetzt – und nur jetzt – durch Bebauungspläne u.ä. geregelt werden.

Bevor es zu spät ist und diese energetisch mangelhaften Bebauungspläne „im bescheunigten Verfahren“ ganz schnell Rechtskraft erlangen, kann hier die CDU ihren anpruchsvollen Worten gleich Taten folgen lassen. Es gibt viel zu tun, und an dieser Stelle sofort.

Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück e.V.
Postfach 1940, 49009 Osnabrück