162. Newsletter: Kohle und Regionalflughäfen

sev-logo-newsletter

Kohle und Regionalflughäfen

Liebe Solarfreunde,
wir laden herzlich ein zum Vortrag von Sebastian Rötters von der Menschenrechtsorganisation FIAN:

Woher kommt unsere Kohle?
am Dienstag, 20.09.2011 um 19:30 h in der Lagerhalle, Café Spitzboden.
Veranstalter:
Osnabrücker Klimaallianz / (o.k.) / und Aktionszentrum 3. Welt.
Eintritt frei.

Woher kommt die Kohle für unsere Kraftwerke?
Unter welchen Bedingungen wird sie abgebaut?
Was hat das mit unserem Strom zu tun?
Was bedeutet dies für die Energiewende bei uns?
Was können wir für mehr Menschenrechte z.B. in Kolumbien tun?

Herzlich willkommen zu dieser Informations- und Diskussions-Veranstaltung.

Im Folgenden noch ein Leserbrief, den ich zur Frage Fliegen, Klima udn Startbahnverlängerung geschrieben habe.
Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke

KLimaschutz, der die Kasse füllt
Leserbrief zu „Regionalflughäfen laufen die Passagiere weg“, NOZ v. 12.09.2011

Ryanair streicht ryan-weise Flüge, Germanwings hebt die Ticketpreise an, und die Provinzflughäfen schwächeln, liegen brach oder im Sterben. Der Kommentator spricht von irrwitzigen Projekten, regionaler Großmanssucht und warnt davor, den Niedergang mit weiteren Steuermillionen noch hinauszuzögern. Wie wahr.

Hinzu kommt:
Fliegen belastet das Klima wie Allein-im-Auto-fahren, der Treibstoff wird in Zukunft knapp und teuer; Massenflugtourismus ist keine nachhaltige Zukunfts-Option.

Und was bedeutet dies für unser regionales Flughäfli von Münster-Osnabrück? Es wurde sowohl im Artikel als auch im Kommentar mit keinem Wort erwähnt. Während andere den scharfen Wind des Rückgangs spüren, plant der FMO munter eine Zig-Millionen-Interkontinental-Rennbahn. Flughafenchef Stöwer hatte den Eigentümer-Vertretern das Blaue vom Himmel herunter versprochen, und sie haben es treu geglaubt. Jahrelange warnende Worte nützten nichts, da musste erst ein Gericht (!) Stöwers Phantasie-Argumente in der Luft zerreißen und die Diskussion um die Startbahnverlängerung auf den Boden zurück holen. Schallender konnte eine Ohrfeige nicht sein.

Wenden wir doch die weisen Worte des Kommentars mal auf unseren eigenen Flughafen an. Da die Passagierzahlen hoffnungslos hinter den Erwartungen zurückblieben und die übrigen Startbahn-Argumente fast durchgehend in Luft aufgelöst wurden, kann auch bei uns nur noch „regionale Großmannssucht“ als Hauptmotiv für die Startbahn-Verlängerung vermutet werden.

Bleibt die vornehme Aufgabe für den neugewählten Rat von Osnabrück, als Allererstes diesem „irrwitzigen Projekt“ kein weiteres Geld mehr hinterherzuwerfen.

Ach, es gibt ja Verträge, heißt es dann – wie in der Kohlekraftwerksdiskussion. Kein Ratsmitglied sollte sich mit diesem Hinweis mehr abspeisen lassen. Die Politik hat ein Recht darauf zu wissen, was drin steht. Und dann her mit der Kündigungsklausel, Ausstieg verhandeln und raus. So kann – statt immer neue Schulden zu machen – gleich zu Beginn der neuen Ratsperiode viel Geld eingespart werden.

Klimaschutz, der nichts kostet, sondern die Kasse füllt – ein guter Einstieg für den neuen Rat. Nur auf die Hilfe und den Sachverstand von Herrn Stöwer ist hierbei wohl nicht zu hoffen.

Klaus Kuhnke