214. Newsletter: SEV-MV, Strompreise

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Liebe  Solarfreunde,1. Wir laden herzlich ein zur Mitglieder-Versammlung des SEV am
Mittwoch, 21.11.2012 um 19:30 Uhr
in Klattes Speisekammer, Atterstr. 117, Osnabrück.
Mitglieder, Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen.

2. Im Zusammenhang mit der interessengelenkten und emotional geführten Diskussion über das EEG und den Strompreis sende ich Ihnen unten meinen Leserbrief, der kürzlich in der NOZ erschienen ist.

Eine gute Darstellung, welche die Kosten der Erneuerbaren wieder ins rechte Licht rückt, findet sich auch bei SMA (übrigens: Umweltpreis 2012): „Erneuerbare Energien – eindeutig die bessere Alternative“
Hier geht es zum SMA-Papier als pdf-Datei.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke
Energiewende muss nicht teuer sein.
Leserbrief in der NOZ vom 24.10.12

Mit Presseerklärungen, Verlautbarungen und Meldungen verschiedenster Art wird uns in diesen Tagen in einer hervorragend konzertierten PR-Aktion suggeriert, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mache den Strom für uns alle unbezahlbar. Die „Notbremse“ müsse her. Vier Dinge fallen dabei ins Auge: 1. Die PR-Aktion gegen das EEG war von langer Hand vorbereitet; Verbände wie DIHK, VDEW usw. gaben sich mit RWE, Eon, den anderen Stromkonzernen und der FDP wechselseitig den Stift in die Hand und setzten auch die Bundesregierung unter Druck, so das der Minister Altmeier bereits von den Energiewende-Zielen der Bundesregierung abgerückt ist. Dabei sind die Interessen klar: Durch die dezentralen Erneuerbaren Energien (EE) brechen den Stromkonzernen jedes Jahr erhebliche Marktanteile weg; das Geschäftsmodell der quasimonopolistischen Stromerzeugung in Großkraftwerken droht obsolet zu werden. Von allen Erneuerbaren ist nur die Offshore-Windenergie wegen ihres gigantischen Kapitalbedarfes den großen Konzernen vorbehalten; aus diesem Grunde wird sie immer noch offen von diesen und von der Bundesregierung favorisiert. Windenenergie an Land würde übrigens die 3600 km Höchstspannungsleitungen nicht benötigen, die ja auch z. Zt. niemand bezahlen will und auch niemand baut.
2. Sachliche Informationen werden erfolgreich zur Irreführung eingesetzt. Die Umlage fürs EEG wird im neuen Jahr von 3,6 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ansteigen, das sind 47 Prozent mehr. Diese Zahl wurde landauf, landab kommuniziert und von den Medien wiedergegeben. Als Folge höre ich nun in Gesprächen: „Boah, der Strompreis steigt um die Hälfte an!“ Nein, der Strompreis von durchschnittlich 26,5 ct/kWh steigt durch das EEG um 7,6 Prozent an (incl. MWSt). Das ist zwar mehr als die Inflation, aber nicht 50 Prozent mehr. Doch so lässt sich – je nach Wunsch – trefflich Hysterie erzeugen.
3. Wer treibt hier eigentlich den Strompreis hoch? Jedenfalls nicht das EEG. In der Zeit von 2000 bis 2012 ist der Strompreis um 12,5 ct/kWh angestiegen, die EEG-Umlage aber nur um 3,4 ct/kWh. Und dass bei einer „richtigen“ Umlage ohne großzügige Geschenke an die produzierende und nicht produzierende Industrie und bei Weitergabe des Preissenkungs-Effektes durch Sonne und Wind diese Umlage für uns alle noch 1,3 Cent billiger ausfallen könnte, hat Renate Heise in ihrem Leserbrief vom 20.10.12 eindrucksvoll dargelegt.
4. Die Energiewende muss nicht teuer sein. Wenn wir verzichten auf neue Kohlekraftwerke, neue Gasleitungen aus Russland, neue Hochspannungsleitungen von Norddeutschland bis nach Afrika, neue Gigawatt-Windparks in der See und neue solare Großkraftwerke in der Wüste, können wir als Verbraucherinnen und Verbraucher viel Geld sparen. Wer will, kann dies in einer Energiegenossenschaft anlegen und so zu einer gemeinschaftlichen, klimafreundlichen, sauberen und sicheren Stromversorgung beitragen. Und sogar das Strom-Speicherproblem ist preiswert lösbar. Doch davon ein andermal.

Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück e.V.