219. Newsletter: 3 Termine und ein Leserbrief

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Liebe Solarfreunde,
wir laden herzlich ein zu den folgenden drei Terminen:

Do, 07.03.2013
„Der Stand der Energiewende“.
Vortragsveranstaltung des Internationalen Vereins Erneuerbare Energien (IVEE) e.V., Referent: Klaus Kuhnke.
19 h  „IVEE“, Lagerhalle, Rolandsmauer 26, OS

Fr, 08.03.2013
Besichtigung Solarthermische Anlage.
12,5 m² Kollektorfläche, Kombispeicher, Heizkamin, Solarheizkörper, Strahlungssensor und Wärmemengenzählung, alles mit einem Regler. Referenten: Michael Schrempel, Heiner Gerbracht.
15 h bei H. Gerbracht, Fritz-Berend-Str. 61, OS

Mi, 13.03.2013
„Update Fotovoltaik“.
Wo stehen wir heute, was macht die Vergütung, wie geht das mit dem Eigenverbrauch, sollen wir speichern, was lohnt sich heute? Referent: Alois Plüster, fa. SunConcept, Osnabrück.
Neue Uhrzeit: 20:00 h  Lagerhalle, Rolandsmauer 26, OS

Der Eintritt ist frei.
Kommen sie, wenn Sie mögen, und bringen Sie neue Interessentinnen und Interessenten mit.

Unten bekommen Sie noch einmal den Leserbrief „Energiewende schlecht gemanagt“ von Klaus Kuhnke, der am 28. Februar in der NOZ erschienen ist.
Weil er nur verkürzt abgedruckt wurde, hier noch einmal der Brief in voller Länge.
Man beachte den (ebenfalls von der NOZ gestrichenen) Schluss.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke


Energiewende schlecht gemanagt – populistische Schockzahl

Sehr geehrte Damen und Herren,
Populistischer geht es wohl kaum noch: Da wirft der Minister Altmaier mal eben eine Schockzahl in den Raum, die uns alle erstarren lassen soll: Eine Billion Euro für die Energiewende. Nicht vorgerechnet, nicht abgesichert, durch nichts begründet. Doch die Absicht ist klar: Mit dieser astronomischen Droh-Zahl sollen wir alle gefügig gemacht werden, die „Strompreisbremse“ zu akzeptieren. Und wer hier noch Widerworte wagt, der wird im Wahlkampf für steigende Strompreise – egal aus welchem Grund – verantwortlich gemacht und für alles andere gleich mit: Wenn der Offshore-Ausbau nicht klappt, wenn die Nord-Süd-Stromautobahnen nicht gebaut werden, wenn viele Industriebetriebe immer noch nicht an der Ökostrom-Umlage beteiligt werden, wenn der Windenergie-Ausbau im Binnenland nicht vorankommt, wenn die deutschen Fotovoltaik-Firmen kaputt gehen, wenn neue Kohlekraftwerke gebaut werden oder eben nicht, kurzum: Wenn die Energiewende von der Regierung schlecht gemanagt wird und nicht voran kommt oder nicht gelingt.

Altmaiers und Röslers „Strompreisbremse“ ist eine bunte Mischung guten Ideen bis zu rechtswidrigen Zumutungen.
Erfreulich ist, dass vielen der Unternehmen, die bisher aus der EEG-Umlage ausgenommen waren, dieses Privileg gestrichen werden soll, eine von Energiefachleuten seit Langem erhobene Forderung, die erhebliches Geld einsparen wird. Dann aber soll für Neuanlagen die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nochmals weiter abgesenkt oder ganz gestrichen werden, so dass fraglich ist, wer hier noch in Wind oder Sonne investieren will. Und für bestehende Anlagen soll mal eben die Einspeisevergütung willkürlich abgesenkt werden, obwohl sie gesetzlich garantiert ist: Ein juristisches Abenteuer, mit dem vermutlich noch das Verfassungsgericht seine Freude haben wird.

Schließlich soll auch die Eigenstromerzeugung von Regenerativ-Strom mit einer Umlage belastet werden, Strom also, der gar nicht gekauft und auch nicht aus dem Netz genommen wird. Dies läuft nun wirklich den ureigensten Zielen der Energiewende zuwider: Das Ziel war doch gerade, dass Deutschland sich selbst versorgt mit Erneuerbaren Energien, und zwar möglichst dort, wo die Energie auch gebraucht wird, denn das spart teure neue Leitungen. Die Regelung wäre also ein Eigentor für die schwarz-gelbe Mannschaft beim großen Spiel um die Energiewende – wenn es denn ein Spiel wäre. Doch die Energiewende ist unser großes Zukunftsprojekt – es geht dabei um nicht weniger als den Einstieg ins post-fossile Zeitalter und um das Gelingen von Klimaschutz – global, denn die Welt schaut auf uns.

Zum Schluss noch ein Vorschlag, der Altmaier und Rösler sicher weiterhelfen wird: Wer Eigenstromerzeugung, also Energie, die nicht aus dem Netz kommt, mit Gebühren belasten will, kann ja auch selbst gezogenes Gemüse besteuern oder die Äpfel, die wir selbst ernten – oder gleich die Luft, die wir atmen, oder noch viel besser: die Luft, die wir nicht atmen. Das bringt’s dann wirklich.

Klaus Kuhnke
Solarenergieverein Osnabrück e.V.