Archiv der Kategorie: Aktuelles

Besichtigung IVEE und SEV-Mitglieder / PV-Freilandanlage Druckzentrums der NOZ

Am 23.06.2016 besichtigten IVEE und SEV-Mitglieder die PV-Freilandanlage des Druckzentrums der NOZ. Das Besondere der von Heiner Gerbracht konzipierten Anlage ist die Ost-West-Ausrichtung mit angehobener Nordseite.
Wenn der überwiegend nächtliche Strombedarf einer Zeitungsdruckerei mit der Leistung einer Fotovoltaikanlage ohne Stromspeichermöglichkeiten kombiniert wird, dann sind 10% Abdeckung des Strombedarfs aus eigener Erzeugung ein sehr guter Einstieg in die Nutzung der Erneuerbaren Energien. Herr Borgelt, Geschäftsführer, und sein Kollege Herr Manfred Bertelsmann, Leiter der Haus- und Betriebstechnik, sind positiv überrascht über das inzwischen gute Funktionieren und die übererwartet guten Erträge der Anlage.
Vorerst ist seitens des Druckzentrums kein weiterer Ausbau geplant, da der Anteil des selbstgenutzten PV-Stroms bei 92 Prozent liegt.
Auf alle Fälle macht das Engagement des Druckzentrums sicher auch anderen Betrieben Mut sich in Sachen Nutzung der Erneuerbare Energien auf den Weg zu machen und umzusetzen.

360 kw, sechs 50-kw-Wechselrichter für jeweils 10 Tische, zwei West- bzw. Ost-Seiten bilden einen String.

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279. Newsletter: Hochspannungsleitungen wohin und wofür?

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Leserbrief zu „Wo wird Erdkabel verlegt?“, NOZ v. 15.12.15

Sehr geehrte Damen und Herren,
Das Foto zu Ihrem Artikel ist ein Volltreffer. Es zeigt in schöner Übersicht, worauf es ankommt, und davor die Referenten, Fachleute allesamt, die aber zu der wichtigsten Frage nichts zu sagen wussten. Diese Frage lautet: Brauchen wir die Leitungen überhaupt?

Die Antwort ist ein klares Jein. Ja, teilweise, weil es das erklärte Ziel der Bundesregierung ist, in Zukunft einen Großteil unseres Stromes in der Nord- und Ostsee (offshore) zu erzeugen („da wo die Windanlagen keinen stören“). Und dann muss die Energie auf den neuen Stromautobahnen von Norden zu den Verbrauchszentren im Süden geleitet werden.
Und nein, weil inzwischen lange klar geworden ist: Die Offshore-Windanlagen werden gar nicht alle gebaut und auch nicht gebraucht. Denn die Verheißung der Windenergie auf See („doppelt so teuer, dreifacher Ertrag“) hat sich leider nicht bewahrheitet, eher umgekehrt: Sie ist wesentlich teurer und der Mehrertrag geringer. Und überall im Binnenland werden Windanlagen gebaut, weil es sich eben lohnt und der Windstrom auch im Binnenland eben nur etwa die Hälfte kostet verglichen mit Windstrom von der See. Und wenn die Bundesregierung eines Tages auch beim Ausbau der Solarenergiedie Handbremse wieder löst, kann dieser auch wieder voran schreiten, und zwar sogar schneller als geplant, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Also: Ein Teil der Nord-Süd-Fernleitungen wird wahrscheinlich obsolet, bevor er gebaut wird.

Die Karte auf dem Foto zeigt aber noch ein erstaunliches Phänomen, das uns nachdenken lassen sollte: Zwei der geplanten Stromautobahnen führen von Süden gar nicht nach Norden an die See, sondern direkt in die Bereiche Köln-Aachen und Leipzig-Dresden, also dorthin, wo heute die großen Braunkohlengebiete liegen, die auch noch ausgeweitet werden sollen, und die dazugehörigen Braunkohle-Großkraftwerke, zur Zeit unsere dreckigsten Stromerzeuger. Und die sollen ja bekanntlich noch lange laufen. Hier drängt sich unmittelbar der Verdacht auf, dass die Offshore-Windenergie als Argument herhalten soll (und später auch als Kostenträger) für neue Leitungen, die in Wirklichkeit der langfristigen Auslastung der Braunkohlekraftwerke dienen sollen.
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Klimaschutz – Resolution 2015

„Klimaschutz jetzt – weltweit und zuhause“

Solarenergieverein mit neuem Vorstand und mit Resolution zur Weltklimakonferenz

Mit einer Resolution zur bevorstehenden Weltklimakonferenz in Paris richtet sich der Osnabrücker Solarenergieverein (SEV) jetzt an die Öffentlichkeit. Angesichts der weltweit großen Zahl an Flüchtlingen sei der Friedensbeitrag des Klimaschutzes unübersehbar: Wer genug Energie aus Sonne, Wind und Biomasse habe, der brauche um Öl und Gas keinen Krieg zu führen.

Klimaschutz jetzt – weltweit und zuhause, das hieße für die Politik: Stopp für die Kohlekraftwerke, Herunterfahren der Gaskraftwerke und endlich Schluss mit den weltweiten Subventionen für die fossile Stromherstellung. Besteuerung von Flugbenzin, Stilllegung statt Subventionierung kleiner Flughäfen (auch Münster-Osnabrück). Verknappung von CO2-Emissions-Zertifikaten und eine Einsparungsstrategie, die in allen Ländern fruchtet.

Als Vorsitzende des Solarenergievereins wurden am 18.11. Birgit Wordtmann und Frank Schnieder gewählt, als Stellvertreter Heiner Gerbracht und Michael Lutze. Der Verein dankte dem bisherigen Vorsitzenden Prof. Dr. Klaus Kuhnke für sein langjähriges großes Engagement.

Frank Schnieder (Vorsitzender)

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Der Wortlaut der am 18.11.2015 beschlossenen Resolution:

Anlässlich der bevorstehenden Welt-Klimakonferenz in Paris fordert der SEV: Klimaschutz jetzt – weltweit und zu Hause!

Für die Politik heißt das: Stopp für die Kohlekraftwerke, Herunterfahren der Gaskraftwerke und endlich Schluss mit den weltweiten Subventionen für die fossile Stromherstellung. Besteuerung von Flugbenzin, Stilllegung statt Subventionierung kleiner Flughäfen (auch Münster-Osnabrück). Verknappung von CO2-Emissions-Zertifikaten und eine Einsparungsstrategie, die in allen Ländern fruchtet. Klimaschutz endlich ernst nehmen auf regionaler und kommunaler Ebene, im Verkehrs-, Bau- und Renovierungs-Sektor.

Und privat bedeutet Ernst nehmen von Klimaschutz: Energiewende selber machen – zu Hause. Dämmung und neue Fenster, Solarthermie und Photovoltaik, moderne Heizung und Energie sparende Hausgeräte, Stromspeicher und Regelungs-Intelligenz, LED-Beleuchtung und (Elektro-)Fahrrad, Bus, Bahn und Elektroauto.

Weil ein gut Teil der Kriege und Krisen, vor denen heute viele Menschen fliehen, in öl- und gasreichen Regionen stattfinden, ist hier der Friedensbeitrag der Erneuerbaren besonders gefragt: Wer genug Energie aus Sonne, Wind und Biomasse hat, braucht um Öl und  Gas keinen Krieg zu führen.

Der SEV fordert alle verantwortungsvollen Bürgerinnen und  Bürger auf, sich dieser Herausforderung zu stellen und durch vernünftigen Umgang mit Energie, Energieeinsparung und Erneuerbare Energien ihren Beitrag dazu zu leisten.

272. Newsletter: Speicher, Klima und Atom

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Liebe Solarfreunde,
es gibt wieder interessante Veranstaltungen; sehen Sie selbst:

Di, 01.09.2015 um 19:30  
Zwei Vorträge zur Atomkraft:
1.  850 000 Jodtabletten für den Ernstfall.
Was passiert wirklich, wenn es zu einem GAU in Lingen kommt?

2. Gestern ungelöst, heute ungelöst und morgen?
Wie der atompolitische Komplex in Deutschland eine Lösung des wichtigsten Jahrtausend-Themas verhindert.
Die studentische Anti-Atom-Initiative, die Anti-Atom-Gruppe Osnabrück und der BUND laden ein.

Dienstag 01.09.2015 um 19:30 Uhr
Uni, Gebäude 15, Raum E 27
in der Seminarstr. 20,
rotes Gebäude.

Mi, 02.09.2015 um 19:30
Besichtigung PV mit Speicher (1):
Anlage Brockmeyer: 4,8 kWp, Speicher 6,75 kWh Li-Ionen.
Mittwoch 02.09.2015 um 19:30 Uhr
Annastr. 12, Osnabrück.
Der SEV lädt herzlich ein.

Fr, 04.09.2015 um 19:30
Klima-Vortrag:
Das Ende der Ozeane – Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden.
Referent. Mojib Latif, Kiel.
Latif ist wohl der z. Zt. prominenteste Klimaforscher in Deutschland; nix wie hin.
Freitag 04.09.215 um 19:30
Museum am Schölerberg.
Normaler Museums-Eintritt.

Das wird eine schlaue Woche.
Machen Sie Gebrauch davon.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke

271. Newsletter: Stromspeicher rauf und runter

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Liebe Solarfreunde,
darüber zerreißen sich alle das Maul bei der Energiewende:
Wir brauchen Stromspeicher.
Aber welche und wie?

Die Sonne scheint nicht nachts, woher dann mit der Energie? Der Wind weht im November zu viel, wohin mit dem Strom? Speichern lieber im Keller, im Pumpspeicher-See, in den norwegischen Bergen, im Biogas-Substrat oder im Gasnetz?

In seinem neuen Veranstaltungs-Programm bietet der SEV gleich 4 (vier!) Besichtigungen verschiedener Stromspeicherlösungen an. Vielleicht kommt auch noch ein Wärmespeicher-Vortrag dazu. Wir laden herzlich ein.
Zum Herbst-Programm (Energietermine) des SEV.

Und dann noch ein Leserbrief für die NOZ. Der kritischen Berichterstattung über Pumpspeicherwerke vom 13.8.2015 kann ich nur zustimmen, aber ein Grund zur Verzweiflung ist das nicht: Wo heute schon  effizient gespeichert wird und wie es weiter gehen kann, davon handelt dieser Leserbrief.
Zum Leserbrief: „Unrentable Stromspeicher“.

Angenehme Lektüre;
wir sehen uns bei den Speichern.

Sonnige Grüße
Klaus Kuhnke

Leserbrief zu: „G-7-Staaten wollen Kohle-Ausstieg“, NOZ v. 9.6.2015

Eine gute Nachricht?
Eigentlich sollten wir uns freuen. Endlich haben sich die Mächtigen dieser Welt auf ein deutliches Klimaschutz-Signal geeinigt: Die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, die Treibhausgase bis 2050 um 40 bis 70 Prozent zu reduzieren und eine Weltwirtschaft ohne fossile Energieträger wie die Kohle zu ermöglichen. Das wollten wir doch immer: Dass die Regierungen sich endlich mal auf Klimaschutz einigen.

Zugegeben: Es war mehr, als die meisten von uns sich zu erhoffen getraut haben. Doch es gibt eine Menge „Aber“ in der Nachricht. Dass China, Russland, Indien und Brasilien gar nicht gefragt wurden und nun auch erstmal vom Klimaschutz überzeugt werden müssen, nennt der Kommentator zu Recht eine große Herausforderung. Mindestens ebenso schwerwiegend ist der Zeithorizont. Erst „im Laufe des Jahrhunderts“ eine kohlenstofffreie Weltwirtschaft zu Stande zu bringen, ist viel zu langsam, folglich nicht zu akzeptieren.  Kommen die entscheidenden Maßnahmen erst nach 2050, so ist das 2-Grad-Ziel nicht mehr zu halten,  und die globale Temperatur geht „durch die Decke“. Leserbrief zu: „G-7-Staaten wollen Kohle-Ausstieg“, NOZ v. 9.6.2015 weiterlesen

252. Newsletter: Nullenergiehaus und Fukushima

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Liebe Solarfreunde,
die Besichtigung des energieautarken Hauses in Hunteburg war für alle TeilnehmerInnen höchst interessant, aufschlussreich und auch motivierend:
Wir haben gesehen, dass Energieautarkie hier und heute bei uns in Norddeutschland möglich ist (bis auf Kleinkram), dass man also ohne Strom-, Gas- und Wasserleitung hell und warm durch den Winter kommt und dass es nicht die Welt kosten muss, wenn man eben mit Sachverstand eigene Lösungen sucht und die auch handwerklich zum Teil selbst ralisiert. Herzlichen Dank an Lena und Jürgen Blumenkamp.

Es geht weiter:
1. Das nächste Nullenergiehaus besichtigen wir am kommenden Mittwoch, 21.05.2014

2. Dummerweise (interessanterweise) liegt am gleichen Abend ein sehr interessanter Vortrag über Tschernobyl.

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