Die Elektromobilität findet eine zunehmende Verbreitung, da die Fahrzeugauswahl immer größer wird und die staatliche Förderung beim Kauf die Anschaffungskosten erheblich senkt. Neben den Vorteilen der insgesamt recht emissionsarmen, leisen und energieeffizienten Form der automobilen Fortbewegung kommen oft auch noch sehr günstige Energiekosten je Kilometer dazu. Zusammen mit dem gegenüber den Verbrennern geringeren Reparatur- und Wartungsaufwand ergeben sich sehr niedrige laufenden Kosten, die den höheren Anschaffungspreis schnell kompensieren.

Das gilt besonders für E-Autos, die auf die heimische Steckdose oder Wall-Box zurückgreifen können; noch günstiger wird es, wenn selbst erzeugter Solarstrom zur Verfügung steht. Ist man dagegen auf öffentliche Ladestationen angewiesen, muss man i.d.R. tiefer in die Tasche greifen. In Osnabrück haben viele Jahre die SWO die Ladesäulen betrieben und über den Verbund „Ladenetz“ auch überregional eine Lademöglichkeit angeboten. Inzwischen haben die SWO das Ladegeschäft an die OPG übertragen, die den Strom über den Anbieter „Newmotion“ vertreibt.

Allerdings ist der Strom bei der OPG relativ teuer. AC (Wechselstrom) kostet im Classic-Tarif (ohne mtl. Festgebühr) 50 ct/kWh zzgl. 1,00 € je Ladevorgang, im Charge-Plus-Tarif 40 ct/kWh zzgl. mtl.  4,99 €. DC (Gleichstrom) kostet 65 ct/kWh zzgl. 1,00 € je Ladung (Classic) bzw. 55 ct/kWh zzgl. 4,99 € je Monat (Charge plus). Leider gibt es für die Energiekunden der SWO keinen Sondertarif, im Gegensatz zu einigen anderen regionalen Energieversorgern. Andere Stromanbieter, die hier ebenfalls Ladesäulen betreiben, liegen preislich in etwa auf vergleichbarem Niveau.

Es gibt aber eine interessante Ausnahme. Der französische Anbieter „Freshmile“ ist zwar nicht sehr verbreitet in Deutschland, allerdings kann über dessen Ladekarte ein großer Teil der Ladesäulen in Stadt und Umland genutzt werden. Die Kosten sind frei von mtl. Festbeträgen und vor allem für das AC-Laden sehr günstig: bis max. 22 kW Ladeleistung fallen 19 ct/kWh zzgl. 1 ct/Minute an. Beim DC-Laden (auch AC > 22 kW Ladeleistung) belaufen sich die Kosten auf 19 ct/kWh und 22 ct/Minute. Insgesamt ein günstiges Angebot, besonders bei höheren Ladeleistungen.

Für die Ladekarte (alternativ ein RFID-Chip) fallen einmalig 4,99 € an und das Kundenkonto muss zum Beginn ein Guthaben von mindestens 19 € aufweisen. Die Ladestationen sind auf der Freshmile-App gut zu finden, die auch umgehend nach der Ladung die Verbrauchs- und Kostenwerte anzeigt. Bei mir hat das System auf Anhieb funktioniert, auch der Kartenerwerb (2 Tage nach Bestellung schon da) und das Freischalten haben problemlos geklappt. Nähere Informationen finden sich auf der Website des Unternehmens:  https://www.freshmile.com

Ulrich Mühlenhoff  Osnabrück, 23.12.2021   Arbeitskreis Elektromobilität im SEV
umuehlenhoff@gmx.net

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